Fahrt mit dem Dampfeisbrecher "WAL""

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Wie schon in den letzten Jahren haben Mary, DF7PM, und ihr OM Herrmann, DC7QN, im Rahmen der Aktivitäten der Marinefunker-Runde organisiert, daß eine mehrtägige Fahrt mit dem historischen Dampfeisbrecher "WAL" nach Helgoland stattfinden konnte. Neben der Möglichkeit von Bord uneingeschränkt Funkbetrieb durchführen zu können, ist die Faszination, mit einem echten von Dampf angetriebenen Schiff zu fahren, die technischen Einzelheiten zu sehen und in Betrieb zusehen, verlockend. Vor Schilderung der Reise ein paar Worte zu diesem Museumsschiff. Die "WAL" wurde 1938 von den Stettiner Oderwerken gebaut für den Dienst auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Ursprünglich mit Kohlefeuerung, wurde es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auf Ölfeuerung umgerüstet. Das Schiff ist 50 m lang, 12 m breit und hat achtern einen Tiefgang von 5,25 m. Angetrieben wird es von einer Dreifach-Expansions-Dampfmaschine mit 1200 PS. Expansionsdampfmaschine heißt, daß der vom Kessel kommende Dampf, hier 16 bar, in den ersten Zylinder strömt, der "Abdampf" dieses Zylinders strömt in den zweiten Zylinder und nach gleichem Prinzip in den dritten Zylinder. So wird die Energie optimal genutzt. Da sich bei jeder Expansion das Volumen des Dampfes vergrößert, vergrößern sich auch die Durchmesser (Hubräume) der Zylinder. So eine Maschine ist sehr groß, ca. 6m hoch. Nach Verrichtung seiner Arbeit wird der Dampf im Kondensator zu Wasser kondensiert und wieder dem Kessel zugeführt. Die WAL hat Backbord und Steuerbord je einen Kessel, welche je 400 l Heizöl in der Stunde benötigen, wenn die Maschine mit 85 Umdrehungen/Minute das Schiff mit 9 Knoten bewegt. Heimathafen ist Bremerhaven. Das Schiff von einer ehrenamtlichen Besatzung der Bremerhaverner Schiffer-Companie betreut, gepflegt und gefahren. Unsere Fahrt war für den 29.705 in Richtung Helgoland und die Rückfahrt für den Sonntag, den 31.07.05 geplant. Günstig ist, mit ablaufendem Wasser der Gezeiten auszulaufen und mit auflaufendem Wasser einzulaufen, so kam dieser Termin an Hand des Tidenkalenders zustande. Verabredet war bereits am Donnerstag ab 17:00 anzureisen und die Kojen an Bord zubeziehen. Zügig ging es an den Aufbau der Kurzwellenantenne, eine G5RV, aufgehängt zwischen den Masten der WAL in 14 m über der Wasserlinie, dann noch das Koaxkabel bis ins Shack, einer Kabine an der Backbordseite, ein Probe-QSO, alles in Ordnung. Das erste gemeinsame Abendessen nahmen wir nicht an Bord sondern in einem netten Lokal am Hafenbecken des neu ausgebauten Alten Hafens ein. In angenehmer Atmosphäre wurden so die ersten Bekanntschaften der künftigen WAL-Gast-Mannschaft geknüpft. Dann ging es an Bord. Schon ab 5:00 Uhr hörte man es knacken und knistern an Bord, die Kessel wurden aufgeheizt, deshalb das Geräusch. Durch langsames Drehen wurde die Dampfmaschine auf Betriebstemperatur gebracht, wichtig, sonst gibt es Maschinenschaden durch Wasserschlag. Aufstehen, Zähne putzen, Duschen, schon hört man es zum Frühstück Glasen. Die erste Welle der Gast-Mannschaft rollt in die Messe. Wir legen ab. Durch Seeschleuse in die Wesermündung, vorbei am Containerterminal mit Kurs auf Helgoland bei fast spiegelglatter See. Herrmann, DC7QN, ist im Salon mit Laptop, schnell noch die GPS-Antenne nach außen, so können wir unseren Kurs auf dem Bildschirm sehen. Aus dem Shack ist von verschiedenen Operatern zuhören: "Hier ist DL0MFW/mm der Dampfeisbrecher WAL mit Fahrt nach Helgoland "Wenn man nichts hört, dann sind Mary,DL7PM oder Hans ,DL2HV, in CW in der Luft. Bei den QSO's haben wir neben dem üblichen Austausch von Rapport usw. zum Schiff, dem Zweck der Reise dem QSO-Partner Erläuterungen gegeben. Olaf, einer der ehrenamtlichen Besatzung, sagt plötzlich: "Norderney in Sicht" Ne, das ist Helgoland, sagt einer von uns, schon ist klar wer heute abend im Salon die erste Runde bezahlt, wer zuerst Helgoland sieht, zahlt. Auf der Brücke meint man den "Fuselfelsen" zu sehen. Nach 6 Stunden Fahrt laufen wir dann in das Hafenbecken auf Helgoland ein. Festmachen, die Gangway raus, dann gehört Helgoland uns. Zwischen Düne und Helgoland liegen die Bäderschiffe, wie die "WAPPEN von HAMBURG" auf Reede, die Passagiere werden traditionell von den Helgoländern ausgebootet. Der erste Ausflug, ich sehe einen Laden mit der Aufschrift "Schiffausrüstungen", meine XYL, Ilona (DG1ASK) ermahnt mich:"Es wird Nichts für unser Boot gekauft!",ich gehe trotzdem rein, es war ein Schnapsladen, also keine Klampen oder Beschläge. Die Insel erkunden, Vogelwarte besichtigen, auf Düne (vorgelagerte Insel) baden und Funken, Funken, Funken von Bord der WAL. Während unserer Inselerkundigungen hat Herrmann tapfer auf der WAL ausgehalten, wir hatten per UKW ständig zu ihm Verbindung, so auch untereinander. Leider war das Helgoland-Relais nicht QRV, dann wäre es noch einfacher gewesen. Am Freitagabend hat Dieter, DL9BCC, den Deutschland-Rundspruch für den Distrikt Nordsee auf 80 m von der WAL aus verlesen. Abends dann zusammen im Salon, Hans spielt schon auf der Harmonika, dann packt Mary das Schifferklavier aus, zum Glück verteilt sie die Texte zum Mitsingen der Shantys. So kommt der Samstag, nachmittag frischte schon der Wind auf, der Seewetterbericht sieht nicht gut aus, Starkwind aus Nord-West, genau das, was unser Schiff wegen seiner konstruktionsbedingten Rumpfform des Unterwasserschiffes nicht gebrauchen kann auf der Rückfahrt, der Kapitain legt fest, daß wir am Sonntag um 8:00 auslaufen. Neben uns am Pier liegt die "Herrmann Marwede", der modernste Seenotkreuzer der Welt. Gegen Abend hilft das Tochterboot schon einem Segler, welcher Maschinenschaden hat. Dann, wir sitzen wie immer im Salon, Mary spielt auf dem Schifferklavier, wir singen, Alarm auf dem Seenotkreuzer und sein augenblickliches Auslaufen. Der auf der Insel stationierte Hubschrauber der Marine vom Typ SEAKING startet. Was ist geschehen. Das über 100 Jahre alte schwedische Traditionsschiff "SUNBEAM", ein Dreimastsegler mit 11 Mann Besatzung ist 50 SM Nord-West in Seenot. Wassereinbruch und die ausgefallene Maschine und Beseglung drohen, daß der Segler sinkt. Ein Schiff der Bundespolizei, ein Fischkutter und ein Containerfrachter reagieren auf das MAYDAY der SUNBEAM. Die zum Havaristen eilende Seenotkreuzer wird vom SEAKING angeflogen, um eine leistungsstarke Lenzpumpe in Empfang zu nehmen und zur SUNBEAM zu fliegen. Der Hubschrauber holt 9 Mann der Besatzung an Bord, setzt die Pumpe ab, zusammen mit der eintreffenden "Bayreuth", dem Schiff der Bundespolizei, kann das Schiff durch Lenzen schwimmfähig gehalten werden. Nach unserem morgendlichen Auslaufen von Helgoland wird die SUNBEAM nach Helgoland geschleppt. Wir Stampfen in die schwere See hinaus, 35 nach Backbord, dann 35 nach Steuerbord, so watschelt die WAL durch die Nordsee, wir funken dabei, was sonst. Schon ist Roter Sand in Sicht, die Schaukelei hat ein Ende, endlich ruhigere See, zurück zum Kai in Bremerhaven, Anlegen, dann gab es ein tolles Abendbrot. Hier ein Lob an die Kombüse, das Essen war immer toll! Abends waren wir, wie jeden Abend im Salon in gemütlicher Runde, leider der letzte Abend an Bord. Eine tolle Fahrt wird morgen früh nach dem Frühstück in der Messe ein Ende finden. Die Besatzung der WAL, unsere Mannschaft der Funkamateure, das Erlebnis auf diesem historischen Schiff, die Eindrücke, Alles hat zusammengepasst. Mehrere hundert QSO's sind im Log. Nicht nur für uns ein Erfolg, eine maritime mobile Station mit Sonder-DOK ist für viele OM's interessant und eine QSL-Karte wert. Morgens nach dem Frühstück, noch ein Klönschnack, Adressen und Telefonnummern austauschen, dann reisen die ersten ab, wir auch in Richtung Thüringen.


Fahrt mit einem Heißluftballon"

Ballonfahrt DL2ARH 2005 Wie angekündigt, fand am 20.06.05 die Ballonfahrt von Ilona, DG1ASK und Rolf, DL2ARH, statt. Bei ca. 10 Knoten Ostwind am Boden haben wir zusammen mit dem Osterland Ballonteam aufgebaut. Mit tatkräftiger Hilfe von DL5CN, DL2AWT und DL1FLY wurde die Ballonhülle mittels Gebläse aufgeblasen und dann durch Zünder der Brenner die darin enthaltene Luft erhitzt. Die Hülle richtete sich auf und nach Einsteigen in den Korb wurde hängend an der Sicherungsleine noch kräftig geheizt. Nachdem die maximale Hüllentemperatur von 100 Grad erreicht war, wurde die Sicherungsleine gelöst und mit ca. 7m/s stiegen wir schnell auf 1000m ueNN. Wir fuhren in dieser Höhe westlichen Kurs über Gera, stiegen dann auf 1700 m und fuhren südlichen Kurs Richtung Wünschendorf. Nach weiterem Steigen auf über 2500m üNN, fuhren wir Kurs 230, Südwest mit zeitweiliger Fahrhöhe von 2700m. Aus dieser Höhe hatten wir eine grandiose Fernsicht, Ilona hat während der gesamten Fahrt Bilder mit der Digitalkamera gemacht.

Nach 1 Stunde und 45 min Fahrzeit sind wir bei Wenigenauma auf einer Wiese perfekt gelandet. Während der gesamten Fahrt wurde aus dem Ballon eine Positionsbake in APRS auf 144.800 MHz und das ATV-Signal auf 2374 MHz uebertragen. DG3AWX, DG1ASL DG0OEL und DL5ARG haben am Boden das Signal aufgenommen. Ebenso DL2AWT,DL5CN und DL1FLY am Startort. Das APRS-Signal wurde am Urlaubsort von Torsten DL4APJ in Hamburg aufgenommen, er bestätigte es mit einer gesendeten Nachricht aufs Display. Das ATV-Bild wurde von DL3HRM und weiteren Hallenser OM'S, sowie am Stadtrand von Dresden in guter Qualität empfangen. Nach der traditionellen Ballontaufe ging es dann mit dem Verfolgerteam zurück nach Gera-Leumnitz. Besonders beeindruckt hat unseren Ballonpiloten Herrn Pulzer vom Osterland Ballonteam unsere mitgefuehrte Technik. Hier wird sich in Hinsicht auf APRS fuer die Ballonverfolgung und Videouebertragung aus Ballonen zur Deutschen Meisterschaft eine enge Zusammenarbeit entwickeln. Besonders bedanken moechten wir uns bei Herrn Pulzer vom Osterland Ballonteam fuer die hervorragende Fahrt und Landung und die Erlaubnis Amateurfunknutzlast mitzufuehren. Bei DG1ASL fuer die Bereitstellung des Kamara-Equipments und bei DL2AWT fuer den Bau einer Energieversorgung fuer die Fahrt und allen Helfern beim Start und der Verfolgung. Wer hat uns noch empfangen, wer hat ein Track-Log in APRS aus diesem Zeitraum ? Bitte per Mail melden, es gibt eine tolle QSL-Karte.
73 Ilona, DG1ASK und Rolf, DL2ARH
Info: Uwe, DL2APJ, THR-QTC 25/2005